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Ein HEILIGES Interview


mit Benni Cellini von der "Letzten Instanz" (geführt von Holm Pajung)

Es ist der 20. Oktober 2010, noch gut 3 Stunden bis zum Konzertbeginn, Spätherbstwetter und ich werde am Tourbus empfangen. Ja, Benni Cellini hat sich für mich Zeit genommen. Mit offenen Armen und einem Lächeln auf den Lippen kommt er mir entgegen.
Passend zur "HEILIG"-Tour möchte ich ihm ein paar Fragen stellen. Ich erzähle ihm von meiner Interview-Idee und merke sofort, daß er neugierig ist und mir auch sehr viele private Dinge erzählen wird.
Das Wort "HEILIG" inspirierte mich zu fragen, was sich in Bennis Leben so abspielt. Dabei steht jeder Buchstabe für eine bestimmte Bedeutung.

H - Heimat

Holm: Was verbindest du mit Heimat bzw. hast du ein Heimatgefühl?
Benni: Oh, ich habe ein sehr großes Heimatgefühl, wohne in Radebeul und fühle mich nicht als Dresdner! Dresden ist schon wieder so groß und weit weg. (lacht)

H: Gefällt es dir am Wasser?
B: Oh ja, ich liebe die Elbe und bin gern entlang an ihr unterwegs, z.B. in Hamburg.

H: Und wenn du unterwegs bist denkst du an die Heimat?
B: Unbedingt. Ich möchte gern einmal Rundreisen machen: China, Türkei, Indien... aber immer wieder zurückkehren.

H: Rundreisen mit der "Letzten Instanz" etwa?
B: Die Welt ist so groß, warum nicht?! Könnte ich mir vorstellen.

E Elternhaus

H: Wie bist du aufgewachsen?
B: Ich entstamme einer Schriftstellerfamilie (Vater und Großvater) und wurde sehr traditionell deutsch erzogen. Das hat mich geprägt und diese Werte möchte ich nicht vermissen.

H: Bist du ein Einzelkind?
B: Nein, ich habe 2 Schwestern und bin immer froh, wenn sich die ganze Familie trifft.

H: Wie bringst du Familie und Band unter einen Hut?
B: Meine Familie ist mir sehr wichtig ganz besonders das Weihnachtsfest. Die Kollegen von der "Instanz" sind mir natürlich auch sehr wichtig.

H: Kannst du die beiden Welten trennen? Wo bist du lieber?
B: Das geht etwa 50 : 50 aus und eine Trennung muß sein. Vermissen möchte ich keines von Beiden.

I Intelligenz

H: Siehst du dich als intelligent?
B: Holm, gleich zu Beginn möchte ich Intelligenz einmal umdrehen in Dummheit: Nazis sind unintelligent! Das finde ich sehr schlimm, alles nur oberflächlich behandeln und gleich rausposaunen ohne `mal nachzudenken. Danke, daß ich das sagen durfte.

H: Worauf führst du deinen Erfolg zurück?
B: Eiserne Disziplin, ständiges üben und ein bißchen Begabung. (lacht laut)

L Lebensmotto

H: Führst du ein ruhiges Leben?
B: Bei mir gibt es keinen Stillstand und ich habe nie Langeweile.

H: Du bist also ständig "unterwegs"?
B: Sozusagen, ich habe nie Zeit, aber der Sonntag ist mir heilig. Er gehört mir und wenn möglich der Familie.

H: Gibt es in deinem Leben auch Platz für Träume oder Pläne?
B: Vor einiger Zeit habe ich in den USA `mal in einem Hostel übernachtet, ganz einfach und bescheiden. Das hat mir gefallen, alle waren wie eine große Familie, total gemütlich.

H: Und nun möchtest du wohl selbst auch eins eröffnen?
B: Das wäre ein Traum, aber ich habe die richtige Immobilie noch nicht gefunden. Im Großraum Dresden ist alles zu teuer oder schon vergeben, eine alte Villa wäre toll.

I Idole

H: Hast du Idole, Vorbilder etc.?
B: Ja, mehrere. Alle aufzuzählen würde lange dauern, aber zuerst möchte ich meinen Vater nennen. Er hat mir gelehrt: "Erst denken, dann reden". Danach handle ich immer.

H: Und musikalische? Gibt es da auch welche?
B: Oh ja, meinen Cello-Lehrer Wolfram Huschke. Auch nach 15 Jahren sind wir immer noch Freunde und uns verbindet mehr als nur die Musik. Er ist sehr menschlich geblieben. Ihm verdanke ich mein Projekt "LandÜber".

H: Was hältst du von anderen Künstlern?
B: Sinead O'Connor mag ich besonders, habe alle ihre Platten und ich bin Fan von Herbert Grönemeyer.

H: Politik?
B: Damit befasse ich mich nicht, das überlasse ich anderen.

G - Glück

H: Wie definierst du Glück?
B: Ein richtiges Glücksgefühl war für mich die Geburt meines zweiten Sohns. Familie ist Glück.

H: Gibt es auch Glück außerhalb der Familie?
B: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

H: Hast du auch Glück mit / bei der Musik?
B: Ein sehr großes Glück ist es schon mit der "Instanz" spielen zu können, auch nach all den Jahren. Das kleinere Glück sind dann die Auftritte mit meiner Muckertruppe bzw. mit "LandÜber".

H: Setzt du Prioritäten?
B: Früher war alles so eine "Hau-drauf-Mentalität".
H: Sex, Drugs & Rock`n Roll?
B: Na ja, fast. Jetzt bin ich gereift und leiser geworden.

H: Gibt es etwas, was du als Unglück empfinden würdest?
B: Trennung: egal ob in der Familie oder in der Musik.
H: Dann trennen wir uns jetzt?
B: Schade, es war gerade so schön ruhig. (Holly, Holly D und Micha kommen zur Tür rein)
H: Oh, es ist schon spät und draußen ist es mittlerweile dunkel.
B: Holm, wir gehen und ich muß noch eine rauchen.

H: Benni, vielen Dank für das Interview und deine kostbare Zeit.
B: Das war `mal etwas anderes und es hat mir Spaß gemacht.

H: Toi, toi, toi... ich wünsche dir einen schönen Abend.
B: Den werden wir haben (lacht) und danach sehen wir uns auf ein Bier.